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Blickt
man von einer
der Mainbrücken
auf Frankfurt,
fallen einem
neben dem Dom
besonders die
Hochhäuser
ins Auge. Das
sieht alles so
neu aus und
man könnte
fast
vergessen,
dass Frankfurt
bereits vor über
1200 Jahren
gegründet
wurde. Und in
so einer alten
Stadt hat
sich, wie ihr
euch sicher
denken könnt,
einiges
zugetragen,
was in vielen
Geschichten
und Legenden
niedergeschrieben
wurde. In
einer dieser
Geschichten
dreht sich
alles um eine
der besagten
Mainbrücken,
um die Alte Brücke,
und ich will
euch dieses
Schmuckstück
aus der großen
Schatulle der
Frankfurter
Legenden und
Sagen nicht
vorenthalten.
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Die
Legende vom
„Brickegickel“
Zu
einer der
Messen war ein
fremder
Baumeister
gekommen. Nach
einem langen
Messetag
suchte er
Erholung in
einer der
Schenken der
Stadt. Nachdem
er dort zu
viel Wein
getrunken
hatte, geriet
er mit einem
der anderen Gäste
in einen wütenden
Streit, der
damit endete
dass der
Baumeister den
anderen mit
einem Messer
erstach.
Herbeigerufene
Stadtwächter
nahmen ihn
fest, warfen
ihn bei Wasser
und Brot in
den Turm und
ketteten ihn
an der Mauer
fest.
Einer
der Ratsherren
aber hatte gehört,
dass der
Delinquent ein
hervorragender
Brückenbaumeister
sein sollte.
Der Rat der
Stadt nun
gedachte,
daraus einen
Nutzen ziehen
zu können.
Bisher gab es
nämlich nur
eine Brücke
aus Holz, die
immer wieder
durch
Witterung
zerstört
wurde und die
Stadt plante,
eine massive
in Stein bauen
zu lassen. Man
gab also dem
Steinmetz die
Chance, sein
verwirktes
Leben durch
den Bau der
steinernen Brücke
zurückzuerlangen.
Jedoch musste
er innerhalb
von zwei
Monaten diese
Brücke fertig
gestellt
haben, sollte
er diesen
Termin um nur
einen Tag überschreiten,
müsse sein
Kopf fallen.
Der
Baumeister
sagte natürlich
zu. Aus
Steinbrüchen
im Odenwald
holte man die
nötigen
Steinquader
her und Bogen
um Bogen
entstand. Doch
wieder gab es
Hochwasser und
Eisgang, und
der Bau konnte
nicht
rechtzeitig
fertig werden.
Der rat der
Stadt blieb
hart in seiner
Entscheidung.
Da fiel der
Baumeister auf
die Knie und
rief sämtliche
Heilige an,
ihm zu helfen.
Aber er bekam
keine Antwort.
Voller Zorn
rief er daher
die Hilfe des
Teufels an und
siehe da,
dieser kam und
versprach
Hilfe. Noch in
dieser Nacht
werde er den
Brückenbau
vollenden,
aber nur unter
einer
Bedingung. Ihm
solle die
Seele des
ersten
Lebewesens gehören,
dass die Brücke
überscheiten
werde. Wohl
wusste der
Baumeister um
den Brauch,
dass der
Baumeister
selbst über
sein Bauwerk
als Erster
ging, um die
Festigkeit
derselben zu
demonstrieren.
Am
nächsten
Morgen wurde
der Meister
durch das Krähen
eines Hahnes
geweckt. Er
trat vor die Tür
und sah, dass
der Teufel
sein Wort
gehalten
hatte. Als am
Morgen die
Ratsherren
kamen, sahen
sie mit
Verwunderung,
dass die Brücke
fertig
gestellt war.
Sie riefen dem
Meister zu, er
solle über
die Brücke zu
ihnen kommen,
wie es der
Brauch
befehle. Der
Baumeister
machte sich
auf den Weg,
wohl wissend
dass der
Teufel auf der
anderen Seite
auf ihn
wartete.
Keinem der
Ratsherren
fiel auf, dass
er einen Sack
bei sich trug.
Mitten auf der
Brücke öffnete
er diesen und
holte den Hahn
heraus, der
ihn am Morgen
geweckt hatte.
Er trieb
diesen vor
sich her in
Richtung
Sachsenhäuser
Seite. Am
anderen Ufer
konnten die
Ratsherren
sehen, wie
dieser Hahn in
die Luft
geworfen und
in Stücke
zerrissen
wurde. Der
Teufel war um
seine Seele
betrogen
worden und
begann, die Brücke
mit Felsen aus
dem Main zu
zerstören. Da
aber von Ferne
ein Glockengeläut
erklang,
musste der
Teufel sich in
die Hölle zurückziehen.
Das Loch, das
er mit dem
Felsen in die
Brücke
geschlagen
hatte, konnte
nicht
ausgebessert
werden. Immer
über Nacht
war es von
Neuem da daher
beschloss der
Rat, es mit
Holzdielen
abdecken zu
lassen.
Der
Baumeister
aber durfte
sein Leben
behalten und
bevor er aus
der Stadt zog,
ließ er einen
kunstvollen
Hahn auf einem
Kreuz
anfertigen,
der auf der Brücke
angebracht
wurde.
Das
Loch in der Brücke
hat es
wirklich
gegeben. Es
war ein Teil
der
Frankfurter
Befestigungsanlage.
Durch das
Herausziehen
der Balken war
die Brücke für
Fremde
unpassierbar
und somit war
für Feinde
der Zugang zu
Frankfurt
versperrt.
(Quelle:
Stadt
Frankfurt am
Main: Räuber-Richter-Gerechtigkeit,
S.22.
Eine
tolle
Geschichte,
wie ich finde.
Solltet ihr
einmal über
die Alte Brücke
laufen, schaut
doch mal, ob
Ihr den Hahn
irgendwo
entdeckt.
Übrigens,
zurzeit gibt
es eine tolle
Ausstellung über
die Alte Brücke
im
Karmeliterkloster
in Frankfurt.
Vielleicht
habt ihr Lust,
diese mal zu
besuchen. Aber
beeilt euch,
die
Ausstellung
endet bereits
am 20. Juni.
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