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Das war schön - unsere
Gemeindefahrt in das Dreiländereck Deutschland, Niederlande, Belgien. Und
abwechslungsreich war es. Nicht nur das Wetter, das immer das Gegenteil
davon tat, was vorausgesagt war, sondern auch die Eindrücke, die wir während
der Fahrt sammelten, waren von einem kontrastreichen Wechselspiel geprägt.
Man denke nur an die „Perle der Eifel“, Monschau, im Vergleich zu Lüttich,
der Wiege der kontinentaleuropäischen Kohle- und Stahlindustrie und
heutigem kulturellen Zentrum der Wallonie.
Aber von Anfang an.
Montagmorgen um zehn Uhr
ging es los. Gut, nicht ganz, denn bis alle Mitfahrer unserer diesjährigen
Gemeindefahrt nach Aachen und Umgebung beisammen waren, wurde es knapp halb
Elf. Nachdem die Koffer und Fahrtteilnehmer im Bus verstaut waren, konnte
man in 32 freudig-gespannte Gesichter blicken.
Wir machten einen
Zwischenhalt in Maria Laach und nahmen Frau Doris Heintz in Empfang, die aus
Bonn angereist war. Natürlich besichtigten wir die von Heinrich des II. von
Laach und seiner Frau Adelheid gestifteten, zwischen 1093 und 1216 erbauten
berühmte Abtei und nach dem Mittagessen hatten wir noch eine gute Stunde,
bis wir unser Ziel erreichten. Das Hotel lag in einem netten, kleinen Örtchen
namens Simonskall, eingebettet in einem wunderschönen Eifeltal, das nach
unseren Tagestouren zu schönen Spaziergängen einlud. Um ins Tal zu kommen,
musste unser Bus eine sehr enge Serpentinenstraße hinabfahren und am
Anreisetag wäre fast ein entgegenkommender Motorradfahrer in uns
hineingekracht. Pikanterweise genau am Eingang eines Urnenwaldes. Glücklicherweise
kamen aber alle Beteiligten mit dem Schrecken davon.
Der Tag nach der Ankunft führte
uns in das wunderschöne Städtchen Monschau. Zu meiner Verwunderung waren
selbst manche unserer erfahrensten Reiseteilnehmer bislang nicht in dem
malerischen Örtchen an der Rur gewesen. So zeigten sich gar einige „alten
Hasen“ von dem Stadtbild beeindruckt. Wir besuchten unter anderem das Rote
Haus, den ehemaligen Stammsitz der Textilindustriellen-Familie Scheibler.
Quer durch die Rureifel, mit Zwischenstation am Staudamm Obersee, fuhren wir
zum Abschluss des Tages nach Nideggen und statteten dort der im 12.
Jahrhundert errichteten Burg sowie der romanischen Pfarrkirche einen Besuch
ab.
Wie es Tradition ist, hatte
Manuel Tögel wieder ein literarisches Schmankerl ausgewählt, das uns
allabendlich zu Gehör gebracht wurde.
Dieses Jahr war Goethe an der Reihe und zwar mit einem eher
unbekannten Werk, der autobiographischen Prosaschrift „Kampagne in
Frankreich“. Goethe schildert
darin seine Teilnahme am Feldzug deutscher und österreichischer Monarchen
gegen das jakobinische Frankreich im Herbst 1792. So interessant die Ausführungen
waren, leider reichte die Zeit nicht, um das gesamte Werk zu lesen, so dass
wir uns mit Ausschnitten begnügen mussten.
Nach einer geruhsamen Nacht
brachen wir am Mittwoch nach Aachen auf. Auf dem Weg dorthin machten wir in
Kornelimünster Station. Es regnete Bindfäden und wir liefen flugs in die
zur Reichsabtei gehörenden Pfarrkirche St. Kornelius.
Für Wallfahrer ist
Kornelimünster eine Pflichtstation, denn dort kann man sich - der
entsprechende Glaube vorausgesetzt - an dem Schurztuch, dem Grabtuch und dem
Schweißtuch Jesu ergötzen.
Nun aber auf nach Aachen.
Aufgrund unserer sonnigen Gemüter konnte uns der noch immer strömende
Regen nichts anhaben und wir statteten dem markanten Rathaus einen Besuch
ab. Dort besichtigten wir den Krönungsfestsaal, der mit einem Zyklus großflächiger
Fresken des Malers Alfred Rethel ausgeschmückt ist, auf denen Stationen und
Legenden aus dem Leben Karls des Großen zu sehen sind. Auf eine Führung im
Dom verzichteten wir, da der Thron Kaiser Karls wegen Renovierung verhüllt
war. Stattdessen setzte Manuel Tögel zu einer allgemeinen Einführung im
Innern des Doms an, wurde aber sogleich von einem „Domwächter“
unterbrochen, der anscheinend jegliche Fremdführungen strikt zu unterbinden
hatte. Wir also wieder raus, Vortrag, wieder rein. Wir sind ja flexibel.
Nach der Mittagspause ging’s zum Suermondt-Ludwig-Museum mit einer
beeindruckenden Gemäldesammlung von der Renaissance bis zur klassischen
Moderne. Damit fand der Aachen –Ausflug einen schönen Abschluss.
Der folgende Tag führte
uns über die Grenze nach Lüttich, einer Stadt, deren Charme sich erst auf
den zweiten Blick erschließt. Dass die Wallonie zum ärmeren Teil Belgiens
gehört, war unübersehbar. Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, Lüttich
sei irgendwie chaotisch, ein kleiner urbaner Moloch. Und doch, in der
Innenstadt herrschte fast eine südeuropäische Atmosphäre. Hier
besichtigten wir die die Kirche Saint-Barthélemy, die Kathedrale Saint-Paul
und das fürstbischöfliche Palais. Nach einem kleinen Spaziergang entlang
der Maas besuchten wir als letzte Station des heutigen Tages das Museum für
moderne Kunst, das in dem ehemaligen Weltausstellungspalast aus dem Jahre
1905 untergebracht ist. Hier konnten wir Werke unter anderem von Picasso,
Gauguin, Monet und Chagall bewundern. Nach einer kleinen Odyssee mit dem Bus
durch den Verkehrsdschungel Lüttichs kamen wir erschöpft aber zufrieden
wieder in Simonskall an.
Wenn ich zu Beginn meiner
Ausführungen von einer abwechslungsreichen Reise sprach, so wurde bei
unserem letzten Reiseziel, Maastricht, der Kontrast der vergangenen Tage überdeutlich.
Maastricht präsentierte sich, kaum 50 Kilometer von Lüttich entfernt, als
sehr saubere und gut organisierte Stadt. Darüber hinaus zeigte sich ein
lange nicht gesehener Himmelskörper, die Sonne, und es wurde ein in jeder
Hinsicht wundervoller Tag.
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