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Von der Würde des
Menschen
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Immer wieder wird mir das Anliegen vorgetragen,
in kurzen Worten zu erklären, was unitarische Religion ist und bedeutet.
Dabei lässt sich die Antwort eigentlich ganz leicht formulieren, denn der
erste Satz unseres Gelöbnisses ist in seiner Konzentriertheit nicht zu überbieten.
„In Ehrfurcht vor Gott, dem Ewigen und Unerforschlichen, will ich Achtung
hegen vor der Würde des Menschen und allem Leben.“
Ein Gottesbegriff ist mit dem Menschenbild
und seines Verhaltens zur Natur auf das Engste verbunden ausgedrückt. Dabei
stelle ich mir immer die Frage, warum das vielen Menschen nicht genügt. Ein
altes Sprichwort mag zur Klärung beitragen: In der Kürze liegt die Würze
– aber wo ist die Speise?
In der doch ganz stark vom Christentum geprägten
Tradition des Abendlandes scheint ein einfacher Gottesbegriff, so wie wir
ihn haben, nicht zu genügen. Sind die Menschen vielleicht erst dann
zufrieden und befriedigt, wenn ihnen ein ganzes Arsenal von Theodizeen, also
Lehren von Gott, Christologien, Lehren von Christus, Mariologien, Lehre von
Maria, Ekklesiologien, also Lehren von der Kirche, Erbsündenlehre und
anderes mehr zur Verfügung steht?
Es könnte sein, dass die Menschen einen
Gottesbegriff nach ihren Vorstellungen und Anschauungen haben wollen und
vielleicht benötigen. Ich glaube, bei vielen ist es der Fall, aber nicht
bei allen Menschen. In den letzten Jahren haben Umfragen und Studien
erwiesen, dass eine zunehmende Anzahl der Befragten mit dem christlichen
Gottesbegriff und seinen Lehren nichts, oder nur sehr wenig anfangen können.
„Ja, ich glaube an Gott, aber mehr auch nicht“, lautet die durchgängige
Aussage, die man bei diesen Menschen oft vernehmen kann. Dem ist hinzuzufügen,
dass die Zahl der Konfessionslosen in unserem Lande stetig wächst. Auf
dieses Phänomen werde ich später noch einmal zurückkommen.
Wir haben uns für diese Konfirmation ein
Thema ausgesucht, das auf den ersten Blick so selbstverständlich anmutet
aber bei näherer Betrachtung gar nicht so leicht zu behandeln ist. Der
erste Artikel unseres Grundgesetzes hebt mit dem Satz an: „Die Würde des
Menschen ist unantastbar.“ Dieser Gedanke schmückt als Inschrift ein
Frankfurter Gerichtsgebäude. Vor vielen Jahren, ich habe es schon an
anderer Stelle erzählt, wurde die „Würde“ geklaut und sie war für
lange Zeit weg, sie, die „Würde“. Was blieb? „Die…des Menschen ist
unantastbar“. Es war ein Vorfall, der leicht als Bild zu verstehen sein könnte:
Man kann also die Würde ganz einfach stehlen, sie dem Menschen wegnehmen.
Zur Beruhigung: Nach etwa einem Jahr hing die „Würde“ wieder an der
alten Stelle und alles war wieder in Ordnung. War es das?
Die Würde hat in unserer freien Theologie
einen ganz besonderen Stellenwert. Lassen Sie mich noch einmal auf den
ersten Satz unseres Gelöbnisses zurückkommen: „In Ehrfurcht vor Gott,
dem Ewigen und Unerforschlichen, will ich Achtung hegen vor der Würde des
Menschen und allem Leben.“ In diesem Satz ist alles gesagt, was für das
religiöse Bedürfnis der Menschen, nicht nur unserer Zeit, wesentlich ist.
Dieser Satz umfasst einen hohen und doch einfachen Gottesbegriff, ein damit
verbundenes Bild des Menschen, der vom großen Begriff der Ehrfurcht erfüllt
sein kann und soll, und ein Bild von der Natur, der gegenüber der Mensch
genauso viel Ehrfurcht hegen soll wie vor allem Hohen, das ihn bewegt.
Alles, was wesentlich ist, ist in diesem Satz gesagt. Er ist theologisch, er
ist ethisch und, modern gesprochen, von einem religiösen Umweltbewusstsein
geprägt. Dieser Satz ist selbst umfassender als die zehn Gebote, weil darin
mehr und weil darin weniger steht als in ihnen. Und er ist moderner, weil
die Ehrfurcht vor allem Leben Teil des Gottesbegriffes ist.
Was nutzen alle Ge- und Verbote, wenn der
Mensch nicht in der Idee der Ehrfurcht erzogen wurde und sich in ihr
entwickelt hat?
Die Humanität gehört zum geistigen
Fundament der unitarischen freien Religion. Sie berührt den Gedanken der
Mitmenschlichkeit genauso wie die Erfordernisse einer menschlichen Bildung.
Der antike Gedanke „Nichts Menschliches sei dem Menschen fremd!“ deutet
auf das eigentliche Bildungsideal hin, das Erbe zu bewahren, das der Antike,
des Christentums, der Aufklärung und der bürgerlichen Kultur.
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Liebe Konfirmanden. Ihr habt es bestimmt nicht
leicht, euren schulischen aber auch Euren Lebensweg zu beschreiten, aber
denkt daran, gerade in eurem Alter werden die Weichen für das Kommende und
Mögliche gestellt. An dieser Stelle wünsche ich euch schon jetzt alles
Gute für die Zukunft, bleibt uns treu und wir unsererseits werden für euch
da sein.
Noch einmal zu den einleitenden Gedanken zurück.
Wir brauchen eine Ethik, die religiös begründet ist, daher die
Notwendigkeit des Religionsunterrichts auch über die Konfirmation hinaus.
Wenn in unserer Zeit die Wertmaßstäbe schwächeln oder gar zu schwinden
drohen, wenn das, was uns heute gut morgen aber als schlecht erscheint, oder
umgekehrt, wenn bei aller Beliebigkeit das Menschsein keinen Halt mehr zu
finden vermag, dann tut es mehr als gut, an unserem reinen Gottesbegriff das
abzuleiten, was für eine menschengemäße Ethik unabdingbar ist: der Bezug
zum Absoluten, ohne das jedes menschliche Denken und Handeln, aber auch
Empfinden in die Jeweiligkeit eines gerade Behaupteten versinkt.
Ein Gemeindemitglied besprach unlängst mit
mir die Überlegung, ob die seit einiger Zeit vehement steigende
Austrittswelle z.B. aus der Katholischen Kirche nicht verheerende Folgen für
den Bestand des Religionsunterrichts nach sich ziehen würde. Dem konnte ich
nur zustimmen, wir waren uns darüber hinaus einig, dass eine konfessionslos
geprägte Ethik niemals den notwendigen Begriff des Absoluten vermitteln könnte,
der unabdingbar für die Erziehung zum Menschsein ist. Hierbei kann unser
Gottesbegriff für Etliches hilfreich sein.
Liebe Eltern, ich danke ihnen für ihre
Treue, uns ihre Kinder anvertraut zu haben. Die Konfirmandenfreizeit in
Fulda hat gezeigt, wie durchaus aufgeschlossen und interessiert ihre Kinder,
jetzt muss man von Jugendlichen sprechen, waren, nicht nur in der Lage, das
schwierige Thema über „Die Würde des Menschen“ zu behandeln, sondern
auch mit großer Aufmerksamkeit die kunst- und religionsgeschichtlichen
Dimensionen dieser unvergleichlichen hessischen Stadt nachzuempfinden.
Was bleibt am Ende zu sagen? Der Kampf um die
Erhaltung der Bildung wird ein bestimmendes Element unserer gemeinsamen
Arbeit bleiben. Wenn ich hoffe, dass dies in der bewährten bisherigen Form
uns gelingen wird, muss ich mich jedoch zum Abschluss bei Ihnen
entschuldigen, dass ich zwischendurch einige schwere kirchen- und
igesellschaftskritische Aussagen eingeflochten habe, die vielleicht der
Feier einer unitarischen Konfirmation entgegenläufig erscheinen können.
Aber die Lage ist ernst. Nachdenken hat noch nie geschadet.
Liebe
Konfirmanden, liebe Eltern und Familien, ich glaube, ja ich bin überzeugt,
dass sie einen schönen, vielleicht auch besinnlichen Festtag erleben können.
Die besonderen Wünsche gelten natürlich unseren Konfirmanden, ihren
schulischen, beruflichen und lebensgeschichtlichen Weg in Hoffnung und
Engagement beschreiten zu können. Dazu begleiten sie unsere besten Wünsche.
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Manuel Tögel
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Beiträge
der Konfirmanden
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Niklas
Bott
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Warum ist es gut, Achtung
vor dem Anderen zu haben?
Wenn ich jemanden Achtung
schenke, dann schenkt er mir auch Achtung zurück.
Wenn ich aber von einem
Anderen nicht geachtet werde, dann fühlt es sich so an, als ob ich von
irgendetwas ausgeschlossen werde und ich bin traurig. Wenn z.B. meine
Freunde jemanden ausschließen, dann finde ich das nicht gut, weil ich weiß,
wie es ist, ausgeschlossen zu werden. Aber es ist nicht immer leicht, Andere
zu achten, z.B. wenn man jemanden nicht mag.
Ich finde, man sollte jedem
Achtung entgegen bringen, auch wenn er nicht so ist wie man selbst. Daher
sollte man auch niemanden z.B. nach seinem Äußeren beurteilen, da
derjenige vielleicht fürsorglich, freundlich und auch lustig ist. Auch wenn
man Leute nicht ausstehen kann, sollte man für sie da sein, wenn sie Hilfe
benötigen.
Die Welt wäre bestimmt
viel friedlicher und es gäbe keine Kriege mehr, wenn die Menschen einander
mehr achten würden.
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Mein
Leitspruch lautet:
Wer
sich im Anderen erkennt, gewinnt wahres Menschsein
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Yannick
Melzer
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Ich möchte gerne mit ihnen über das Thema
„menschenwürdiges Leben“ sprechen. Was bedeutet eigentlich „menschenwürdiges
Leben“?
Wenn ich nach der Schule nach Hause laufe,
sehe ich Menschen, die können sich ein menschenwürdiges Leben leisten. An
manchen Ecken sieht man das Gegenteil. Die Ärmeren müssen Hartz IV
beantragen. Oft trauen sie sich nicht den Antrag zu stellen, weil sie
meinen, sie bekommen das auch ohne die Hilfe vom Staat geregelt. Sie schämen
sich in dem Fall.
Ist das ein menschenwürdiges Leben?
Zum Existieren braucht man Geld für
Kleidung, für die Nahrung und für eine gescheite Wohnung. Dafür muss man
aber auch etwas tun, z.B. auf Arbeitsuche gehen und nicht einfach faul
herumliegen.
Zum menschenwürdigen Leben gehört auch,
dass man in der Schule eine gute Ausbildung erhält, denn wenn man auf die
Hauptschule kommt, hat man es in Zukunft schwer, eine Arbeit zu bekommen. So
kann man dann kein menschenwürdiges Leben führen.
Aber jeder Mensch sollte zumindest eine
Chance bekommen, ein menschenwürdiges Leben führen zu können. In vielen Ländern
ist das leider nicht so, z.B. in Ländern, in denen es Kindersoldaten gibt
oder Kinder arbeiten müssen.
Jeder Mensch, überall auf der Welt, sollte
die gleiche Möglichkeit haben, sich zu entfalten und ein menschenwürdiges
Leben führen zu können.
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Mein
Leitspruch lautet:
Wer
sich für andere einsetzt, stärkt die menschliche Gemeinschaft.
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Laura
Schleich
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Mein Thema, welches ich
heute gerne ansprechen möchte lautet „Die Gleichwertigkeit der
Menschen“.
Aber was soll man unter
Gleichwertigkeit verstehen?
Jeder Mensch ist ein
Individuum. Menschen haben unterschiedliche Charakterzüge, sehen
verschieden aus, haben einen unterschiedlichen Glauben oder gar keinen.
Auch die Vorstellungen und
Bedürfnisse der Menschen unterscheiden sich stark. Die Menschen sind also
unterschiedlich und doch haben alle den gleichen Wert.
Diese Gleichwertigkeit lässt
sich exemplarisch darlegen. Mein Beispiel lässt sich um Jahrtausende Jahre
zurückverfolgen. Hierbei handelt es sich um die Sklaverei der Menschen und
in späteren Zeiten die Leibeigenen.
Menschen wurden nicht wie
Menschen behandelt, sie wurden in verschiedene Stände eingeteilt. Somit
wurde Ihnen die Gleichwertigkeit genommen. Dies gilt für alle Arten der
Unterdrückung und Ausbeutung und leider tritt diese Intoleranz auch heute
noch überall auf.
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Mein
Leitspruch lautet:
Gleichgültigkeit
tötet die Seele, Mitmenschlichkeit belebt sie.
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Beitrag
von Frau Karin Frank anlässlich der Jubiläumskonfirmation am 11. April
2010
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Liebe Jubiläumskonfirmanden, liebe
Gemeindemitglieder und Freunde, lieber Manuel, der du uns zu dieser
besonderen Feierstunde so herzlich eingeladen hast!
Ich möchte uns alle in das Jahr 1960 zurückversetzen.
Es war der Beginn des Aufbruchs zu neuen Grenzen und Lebensformen.
Unbegrenzter Fortschrittsglaube durch Triumphe in Wissenschaft und Technik
beflügelte die Menschen. Die Sterne und damit der Himmel kamen näher.
Allerdings war die Politik zweigeteilt in Ost- und Westkonflikte und stand
eher im Zeichen der Konfrontation. Die Jugend selbst – und wir sollten mit
der Konfirmation im März 1960 bald dazu gehören – gab sich nicht mehr
mit der gesellschaftlichen Führung der früheren Generation zufrieden. Es
herrschte – manchmal bis ins Chaos – Umbruchstimmung: „Love an Peace“,
Proteste gegen das Establishment, gegen den imperialistisch angesehenen
Vietnamkrieg und die politisierte Kunst in Literatur und Malerei sowie
Bildhauerei, mögen nur einige Auswirkungen zeigen. Die Wörter dieses
Jahrzehnts bewiesen, wie groß die Erwartungen, aber auch die Enttäuschungen
zu dieser Umbruchstimmung waren: APO, Black Power, 3. Welt, Kommune,
Kulturrevolution, LSD, Notstandsgesetze, Pop Art u.v.m.
Wir waren im 14. Lebensjahr und standen noch
fast kindlich unter der Erziehungsgewalt unserer Eltern, dazu gehörte: Anständigkeit,
Schulorientierung, Pflichterfüllung und Höflichkeit – immer unter der
Aufsicht der besorgten Mütter und Väter.
Mein persönlicher Aufbruch zur Eigenständigkeit
war die Fahrt aus dem Hintertaunus zum unitarischen Religionsunterricht nach
Bad Homburg. Pfarrer Sigurd Taesler leitete die Doppelstunde jeden
Donnerstagnachmittag in der Landgrafenstraße. Es war seine ihm eigene Art
uns ein bisschen Freiheit spüren zu lassen – die etwas Älteren unter uns
durften in der Pause mit ihm auch ein Zigarettchen rauchen – und uns nicht
nur mit den Grundlagen der Entstehungsgeschichte der Gemeinde vertraut zu
machen, sondern uns zur freien Meinungsäußerung, zum Vergleichen und zum
Engagement zu bewegen. Wir waren durchweg begeistert und freuten uns darauf
am 27. März als eigenständige Mitglieder in die Gemeinde aufgenommen zu
werden. Hinzu kam, dass wir mit dem Vorstellungstermin, der im Festsaal der
Johann Wolfgang von Goethe Universität stattfand, die Frankfurter
Konfirmanden kennenlernten und sich so unser Gesprächs- und Bekanntenkreis
lustig, frech, aber stets niveauvoll erweiterte.
Der eigentliche Konfirmationstag fand zu
meiner persönlichen Freude in der Paulskirche statt, denn wir waren der
letzte Jahrgang vor der Einweihung der neuen Weihehalle in der
Fischerfeldstraße. Deswegen persönliche Freude: Da ich bis heute mit
meinen Schulklassen aus Siegen auf Goethes Spuren wandle und Frankfurt
besuche, gehört auch die Geschichte der Paulskirche dazu und es herrscht
stets Bewunderung, wenn ich zum Schluss sage: Ta, Leute, hier in dieser
geschichtsträchtigen Kirche bin ich als Unitarierin konfirmiert worden. Ein
„boah-eh“ ist dann das Geringste.
Doch zurück zum 27. März 1960. Mit der
Konfirmation kam auch die Kleiderfrage auf uns zu. Auch hier folgten wir wie
selbstverständlich dem Vorschlag Pfarrer Taeslers: Die Buben im Anzug und
die Mädchen ganz in Weiß, denn „das pietistische Schwarz der
protestantischen Konfirmation macht euch doch einfach zu alten Leuten!“
Auch hier wäre eine persönliche
Erfolgsmeldung zu erwähnen: Da ich vom Kindergarten an mit dem Sohn des
evangelischen Pastors in Usingen befreundet war und wir häufig
diskutierten, gab ich ein bisschen an und sagte ihm: Ja WIR werden in Weiß
konfirmiert, d.h. helle Freude und wacher Geist, nicht das verknöcherte
Schwarz. Daraufhin brachte er seinen Vater dazu, zumindest auf schwarze Röcke
mit weißen Blusen umzusteigen. Ich denke, heutzutage steht die Kleiderfrage
nicht mehr so sehr zur Diskussion und unsere ersehnten ersten hochhackigen
Schuhe haben auch an Bedeutung verloren.
Nicht verloren sind allerdings die
Wertvorstellungen, die man uns mit auf den Weg gegebe hat. Und so manches
Mal ertappe ich mich im Unterricht bei Sprüchen von Pfarrer Taesler wie
„Man darf alles, aber in Maßen“ oder „es herrscht hier
Meinungsfreiheit, stets im angemessenen Ton“ oder „vergesst nie: Der
Mensch ist frei und würd’ er in Ketten geboren“.
Diese freiheitliche Grundhaltung, das
Hochhalten kultureller Werte und die Toleranz in Glaubensfragen sind für
mich und ich denke für sie und euch alle der Mittelpunkt unseres religiösen
Denkens. Dass dies auch bei unseren Kindern fortgeführt wurde, verdanken
wir auch dir, lieber Manuel, genauso wie die berührende Feier heute.
So möchte ich mich mit dem Goethewort meine
kleine Ausführung abschließen: „Man kann in wahrer Freiheit leben und
doch nicht ungebunden sein.“
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©
2010 Unitarische Freie Religionsgemeinde Frankfurt/Main |
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